NOA - Neurologische Arbeitsgemeinschaft

Geplante Studien der NOA

Geplante Studien::

EORTC 26081 / CODEL / NOA

Phase III Intergroup Study of RT plus adjuvant PCV vs. TMZ alone vs. RT with concomitant and adjuvant TMZ for Patients with newly diagnosed anaplastic Oligodendroglioma or anaplastic mixed Glioma with chromosomal co-deletions fo 1p and 19q

Status der Studie: geplant
Ansprechpartner: Prof. Dr. Wolfgang Wick (EORTC/NOA Koordinator, Heidelberg)

Status der Studie:  ausgesetzt in den USA (EORTC ebenfalls)

Die CODEL-Studie wird aktuell mittels Amendments revidiert. Sie ist wie CATNON wegen der hohen Patientenzahl ein kooperatives Projekt mehrerer nationaler und internationaler Studienverbünde. Neben der führenden Gruppe, der US-amerikanischen  Alliance, der EORTC, dem NCI von Kanada, und der australischen GOGNO ist die NOA Mitinitiator der Studie. Weitere Informationen unter http://www.eortc.be und in Kürze auch auf dieser NOA-Webseite.

NOA-11 / PDT

Controlled clinical triall to evaluate the safety and efficacy of stereotactical photodynamic therapy with 5-aminolevulinic acid (Gliolan) in reccurent glioblastoma

Status der Studie: geplant
Ansprechpartner: Prof. Dr. Walter Stummer (Studienleiter, Münster), Dr. Juliane Schroeteler (Koordinatorin, Münster)

EudraCT-Nr.: 2015-002727-25

Phase IIb, multizentrisch, prospektiv, randomisiert, kontrolliert
Prüfung nach AMG und MPG

In dieser Studie sollen Patienten mit dem ersten Rezidiv eines Glioblastoms eingeschlossen werden. Die Patienten werden auf zwei Arme randomisiert. Der Behandlungsarm erhält die stereotaktisch geführte interstitielle photodynamische Therapie (iPDT), der Kontrollarm erhält eine Biopsie zur Sicherung des Rezidivs. Beide Patientenkollektive können nachfolgend mit jeglicher Therapie außer mit Antiangiogenesehemmern behandelt werden. Es soll mit dieser Studie die Wirksamkeit der iPDT hinsichtlich des progressionsfreien Überlebens getestet werden.

Als sekundäre Endpunkte werden u.a. das Gesamtüberleben und die Lebensqualität überprüft werden. Die Zeitspanne der Studie wird auf 5 Jahre angesetzt, mit einer Zwischenanalyse nach ca. 31 Monaten.
 

NOA-18 / Improve Codel

Improvement of functional outcome for patients with newly diagnosed grade II or III glioma with co-deletion of 1p/19q - Improve Codel: the NOA-20 trial

Status der Studie: geplant
Ansprechpartner: Prof. Dr. Wolfgang Wick (Studienleiter, Heidelberg)

Eine sehr einfache und reproduzierbare Testung für die Kodeletion der Chromosomen 1p und 19q im Tumorgewebe erlaubt die Identifizierung der prognostisch günstigsten Gruppe von Patienten mit WHO-Grad II und III-Gliomen. Diese Patienten haben in für die WHO-Grade separierten Studien einen Überlebensvorteil für eine Radiochemotherapie mit PCV gegenüber einer alleinigen Radiotherapie gezeigt. Aktualisierte molekulargenetische Untersuchungen lassen eine biologische Differenzierung zwischen WHO-Grad II und III-Gliomen nicht mehr zu, so dass für die vorliegende Studie als molekulares Eingangskriterium ein WHO-Grad II oder III-Gliom mit Isozitratdehydrogenase (IDH)-Mutation und 1p/19q-Kodeletion eingesetzt wird.

Dies entspricht den im Mai 2016 publizierten Grundlagen der Revision der vierten Auflage der WHO-Klassifikation für Hirntumore (Louis et al, Acta Neuropathologica 2016). Die WHO-Klassifikation stellt einen Grundpfeiler des aktuellen Studienkonzeptes dar. 2016 durchgeführte Subgruppenanalysen aus der NOA-04-Studie legen nahe, dass eine Temozolomid-Behandlung mit einer Behandlung mit PCV ausgerechnet in der prognostisch günstigsten Subgruppe und damit im Studienkollektiv der NOA-20-Studie unterlegen zu sein scheint.

Die Wertigkeit von PCV gegenüber PCV + Radiotherapie wurde niemals randomisiert untersucht. Im internationalen Kontext wird der Versuch, eine Nichtunterlegenheit einer PCV-Chemotherapie gegenüber einer Kombination aus PCV und Radiotherapie zu zeigen, äußerst kritisch beurteilt. Dieses Konzept wird von der französischen Studiengruppe der ANOCEF (POLCA) verfolgt. Nach Absprachen mit dieser Studiengruppe im Januar 2016 haben wir uns zur Vermeidung von Duplizierung der Studie, aber insbesondere aus inhaltlichen Erwägungen gegen einen Wechsel von Temozolomid zu PCV entschieden. Die alleinige Verwendung von Temozolomid war in der deutschen Studiengruppe aber auch nicht mehr mehrheitsfähig. Aus diesem Grund haben wir die Medikamenten-Kombination aus CCNU (Lomustin) und Temozolomid, das eine Wirkähnlichkeit mit Procarbazin besitzt, als Kombination für die experimentelle Intervention festgelegt. Diese Kombination wird in der ebenfalls vom BMBF geförderten CETEG-Studie, die von Prof. Herrlinger aus Bonn geleitet wird, eingesetzt.

Ziel der NOA-20 Studie ist es, eine Überlegenheit einer initialen Temozolomid plus CCNU Chemotherapie gefolgt von einer Teilhirnbestrahlung plus PCV bei Progression gegenüber einer Radiochemotherapie mit PCV im Gesamtüberleben ohne dauerhafte funktionelle Verschlechterung zu zeigen. Die Studie befindet sich in der späten Konzeptionsphase und wird demnächst bei den Behörden zur Begutachtung eingereicht.

NOA-20 / N²M²

Umbrella protocol for phase I/IIa trials of molecularly matched targeted therapies plus radiotherapy in patients with newly diagnosed glioblastoma without MGMT promotor methylation: NCT Neuro Master Match - N²M² (NOA-18)

Status der Studie: geplant
Ansprechpartner: Prof. Dr. Wolfgang Wick (Studienleiter, Heidelberg)

Die zunehmende Individualisierung der Krebstherapie spiegelt sich auch in den klinischen Studien durch neue Studienkonzepte wie Umbrella- oder Basket-Studien wider. Während bei Basket-Studien Patienten mit unterschiedlichen Tumorindikationen aber gleicher genetischer Alteration in einem gemeinsamen Protokoll behandelt werden, werden bei Umbrella-Studien Patienten einer Tumorindikation auf unterschiedliche Alterationen untersucht, für die dann verschiedene zielgerichtete Therapien angeboten werden.

Ziel dieser frühen Phase-I/II-Studien ist, erste Erkenntnisse bezüglich Sicherheit und Wirksamkeit zu erhalten und eine schnelle Priorisierung neuer Wirksubstanzen für die klinische Anwendung zu erreichen. NCT Neuro Master Match (N²M²) wird Patienten mit neu diagnostiziertem Glioblastom ohne Hypermethylierung des Methylguanin DNA-Methyltransferase Promotors nach ausführlicher molekularer Testung per Zuordnung mit einer molekular zielgerichteten Therapie oder per Randomisierung mit einer Kontrolltherapie oder immunmodulierenden Therapie behandeln.

Die Studie befindet sich nach Abstimmung im NOA-Vorstand aktuell in der Behördenprüfung. Start der Studie ist voraussichtlich Mitte 2017.