NOA - Neurologische Arbeitsgemeinschaft

Deutscher Krebspreis

Der Deutsche Krebspreis, gestiftet von der Deutschen Krebsgesellschaft und der Deutschen Krebsstiftung, zählt zu den höchsten Auszeichnungen in der deutschen Krebsmedizin.

2019

In der Sparte „Klinische Forschung“ ging die Auszeichnung in diesem Jahr an Prof. Dr. Michael Platten (Deutsches Krebsforschungszentrum, Heidelberg; Universitätsmedizin Mannheim).

Michael Platten ist einer der Wegbereiter innovativer immuntherapeutischer Verfahren zur Behandlung von Gliomen. Diese Tumoren zählen zu den häufigsten Hirntumoren bei Erwachsenen und sind deshalb gefürchtet, weil eine vollständige operative Entfernung des Tumors praktisch nicht möglich und ein erneutes Wachstum auch nach Strahlen- und Chemotherapie häufig ist. Platten und seine Arbeitsgruppe haben gezeigt, dass eine häufige Mutation in Gliomen im Gen für Isocitrat-Dehydrogenase (IDH) spezifisch vom Immunsystem erkannt wird, und eine passgenaue Impftherapie entwickelt, die in einer klinischen Studie eine spezifische Entzündungsreaktion im Tumorgewebe auslöst. Plattens Arbeiten zu zentralen Stoffwechselveränderungen als Schaltstellen für die Hemmung der regionalen Immunabwehr gegen Gliome führten zudem zur Entwicklung von medikamentösen Therapien, die gezielt in diese immunsuppressiven Stoffwechselwege eingreifen. Mit diesen Therapieansätzen ergeben sich völlig neue Möglichkeiten, die körpereigene Immunabwehr gegen diese gefürchtete Tumorart zu stärken und gleichzeitig die Wirkung dieser Immunabwehr im Hirntumorgewebe zu verbessern.

2017

In der Sparte „Translationale Forschung“ wurde Prof. Dr. Guido Reifenberger (Institut für Neuropathologie der Heinrich-Heine- Universität Düsseldorf) geehrt.

Guido Reifenberger zählt zu den weltweit renommiertesten Neuropathologen. Sein wissenschaftlicher Schwerpunkt liegt auf der Erforschung der molekularen Ursachen von Hirntumoren bei Kindern und Erwachsenen. Seine Arbeit prägte die molekulare Klassifikation und die Entwicklung zielgerichteter Therapien bei Gliomen ─ darunter versteht man Hirntumoren, die aus den Stützzellen des Nervengewebes (Gliazellen) entstehen. Reifenberger beteiligt sich außerdem an der Identifizierung und Bewertung neuer molekularer Marker bei Hirnmetastasen und an der Suche nach charakteristischen Biomarkern für das Langzeitüberleben bei Glioblastomen.

2016

In der Sparte „Translationale Forschung“ wurde Prof. Dr. Andreas von Deimling (Universitätsklinikum Heidelberg) geehrt.

Der Verdienst von Andreas von Deimling liegt in der konsequenten Entwicklung und Integration molekularer Analysen in die Tumor-Neuropathologie. Durch den Einsatz der molekularen Diagnostik lässt sich die Planung der Behandlung von Gliomen sehr viel genauer an die individuellen Gegebenheiten des Patienten anpassen. Von Deimling zählt zu den international führenden Köpfen der Molekularpathologie; durch seine Forschung hat er wesentlich dazu beigetragen, dass die personalisierte Medizin Einzug in die Pathologie gehalten hat.

2015

In der Sparte „Translationale Forschung“ wurde Prof. Dr. Wolfgang Wick (Heidelberg) geehrt.

Wolfgang Wick von der Neurologischen Klinik der Universität Heidelberg ist einer der renommiertesten Neuroonkologen Europas und der erste deutsche Sprecher der Brain Tumor Group der European Organisation for Research and Treatment of Cancer (EORTC). Er hat wesentliche klinische Studien der Neuroonkologie in Deutschland und Europa initiiert und ist als auch bei der Implementierung innovativer Therapien maßgeblich beteiligt. Als Koordinator der deutschen NOA-04- und NOA-08-Studien gelang es ihm, neue Therapiestandards zu entwickeln, die bei der Behandlung von Patienten mit bösartigen Hirntumoren, sogenannten Gliomen, weltweit umgesetzt werden.

2013

In der Sparte „Translationale Forschung“ wurde Prof. Dr. Stefan Pfister (Heidelberg) geehrt.

Prof. Dr. Stefan Pfister vom Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin der Klinik für Kinderheilkunde III an der Universität Heidelberg erhält den Deutschen Krebspreis für seine Forschung über kindliche Hirntumoren. Er wies für den häufigsten Hirntumor bei Kindern, das pilozystische Astrozytom, eine zentrale Veränderung nach und konnte entscheidende Unterschiede dieser Tumoren belegen. Seine Forschungsergebnisse haben unmittelbaren Einfluss auf die Behandlung und die Einschätzung des Behandlungserfolges dieses Tumors.

2007

In der Sparte Tumordiagnostik und Tumorbehandlung (klinischer Teil)“ wurde Prof. Dr. Michael Weller (Tübingen, jetzt Zürich) geehrt.

Der Tübinger Neurologe, zu dessen Spezialgebiet die Erforschung und Behandlung von Hirntumoren gehört, erhält den klinischen Preis. Prof. Michael Bamberg, Präsident der Deutschen Krebsgesellschaft und Leitender Ärztlicher Direktor am Uniklinikum Tübingen: "Prof. Weller hat die Behandlung bösartiger Hirntumore mit großem Engagement und hervorragenden Therapie-Konzepten entscheidend nach vorn gebracht."

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